Evropský portál české dechovky / Europäisches Portal böhmischer Blasmusik / European portal of Bohemian brass EVROPSKÝ PORTÁL ČESKÉ DECHOVKY
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In Spotlight September, Oktober 2015: Chisetaler Blaskapelle und Robert Payers Original Burgenlandkapelle

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Auch wenn ich auf den nun zurück liegenden Böhmischen Kirtag im August 2015 noch nicht eingegangen bin, heißt es bei Langem nicht, dass mir die Eindrücke von diesem besonderen Event in der Seele nicht fortwährend resonieren.
Es ist nun an der Zeit, im Nachhinein einige meiner Impressionen festzuhalten.

Der Böhmische Kirtag war - meinen Beobachtungen nach - für anwesende Besucher weitestgehend ein beeindruckendes Erlebnis. Die Palette der gebotenen Leckebissen aus der Küche der böhmischen Blasmusikküche war beachtlich weit gestreckt. Mir fehlt es nicht an Überzeugung, dass die Besucher auf ihre Rechnung kamen. Was mich betrifft, gehe ich im Folgenden, keinesfalls erschöpfend, auf einige Highlights des Festivals ein.

Im Abstand der Ereignisse meine Wahrnehmung befragend, bleibt es bei meinem bereits ersten Eindruck: Zwei Blaskapellen haben mich ganz besonders beeindruckt und zwar die aus der Schweiz heran gereiste Chisetaler Blaskapelle und die Robert Payer´s Original Burgenlandkapelle. Period.

Die musikalische Performanz beider genannten Blaskapellen war in jeder Hinsicht bemerkenswert. Hiezu einige Gedanken.

- Chisetaler - - Chisetaler - Links Kapellmeister --- rechts Klarinettenduo
Chisetaler Blaskapelle

Die Schweizer Blasmusikfreunde sind Feinschmecker und ausgezeichnete Kenner der böhmischen Blasmusikszene. Für mich steht es fest, ich kann mich immer wieder davon überzeugen.

Der Auftrittsbegin der Chisetaler Blaskapelle fand ich besonders beeindruckend. Die Eröffnung begann mit einer würdigen Homage an einen der bedeutendsten mährischen Komponisten unserer Zeit, Blahoslav Smišovský, als die Crew die Komposition "Hraj, muziko hraj", vital fröhlich gespielt, zum Besten gab. Ich empfand es als Blumen für den im November 2011 verstorbenen, sehr beliebten Blahoslav Smišovský (siehe auch Skladatel Blahoslav Smišovský - Odešla legenda moravské dechovky / Komponist Blahoslav Smišovský - Legende der mährischen Blasmusik hat uns verlassen), auch wenn es vielen Anwesenden vielleich gar nicht auffiel. Ich weiss aber, dass die Schweizer im Allgemeinen einen innigen Bezug zu ihm und seiner in Traditionen tief verwurzelten mährischen Blasmusik haben.

Was den Charakter ihres gesamten Auftrittes anlangt, muss es  für einen genauen Beobachter  klar gewesen sein, dass für diese Blaskapelle die böhmische Blasmusik ein echtes Herzensanliegen, keinesfalls eine billige Showangelegenheit ist. Als völlig natürlich kann man auch die Einflechtung von einigen Kompositionen sehen, die ihre eigene Schweizer Identität verdeutlichen. Die musikalische Darbietung ihres Auftrittes hinterließ, wie ich vermute nicht nur in mir, einen dauerhaften Eindruck. Möge die Blaskapelle Chisetaler noch viele Herzen der Blasmusikfans mit ihrem Engagement erfreuen. Auf diesem Wege bedanke ich mich für zwei ihrer CDs, die mir geschenkt wurden.

Die Chisetaler wurden von ihren langjährigen Fans begleitet, unter anderem Monika und Hans Stadlmann, die mir von ihrer Schweizer Käserei Stadlmann eine köstliche "Probe" ihrer Produkte mitbrachten. Sehr aufmerksam, vielen Dank. Nicht gefällt hat auch "Lucia", die für mich mit ihrer Fotokamera stets eine große Konkurenz darstellt:-)

- Burgenlandkapelle - - Burgenlandkapelle - Links Gesangsduo --- rechts Tubisten
Robert Payers Original Burgenlandkapelle

Die Original Burgenlandkapelle von Robert Payer wartete mit einen voluminösen, wohlabgerundeten, blumigen, sehr sauberen Sound (nicht zuletzt dem Engagement von Josef Gaag am Mischpult verdankend, wie mir auffiel) unter der Leitung von Richard Beißer auf, dem seinerzeit die Leitung der Blaskapelle von Robert Payer anvertraut wurde. Der Bemerkung von Robert Payer  im Gespräch mir gegenüber  "der macht das gut ... " konnte ich nur zustimmen.

Die Partie ist fabelhaft zusammengespielt. Dahinter stehen mitunter zahllose Stunden der unermüdlichen Probearbeit. Es ist aber auch ein Merkmal der sicher guten menschlichen Beziehungen unter den Kollegen in der Blaskapelle selbst, keine Frage. Besonders beindruckt hat mich auch das Gesangsduo sowie  die ungewöhnlich große Anzahl von Stücken, die vom Gesang begleitet wurden. Der Gesang  macht in der Blasmusik ... "das Kraut erst fett". Für Robert war offensichtlich die Blasmusik mit Humor immer eng verknüpft, so zu sagen ein Ganzes, was er auch diesmal bei seinem lockeren Auftritt wieder einmal vorgeführt hat  (Nach dem Motto: "Auch der Tenorist soll während des Auftrittes hübsches Bild abgeben, daher wird er von Robert mit einem grünen Kamm "väterlich" gekämmt :-). Eine liebe, vielsagende Geste.)

Robert Payer  bestätigt das allgemein beobachtete Phänomen, dass manche Leute in sich zwei Uhren beherbergen, die eine, biologische und die andere, noch interessantere Vitalitätsuhr. Robert seine Vitalitätsuhr tickt derzeit 35 und die andere? Die hat mich persönlich nie sonderlich interessiert.
Lieber Robert, möge die Blaskapelle, Gesundheit und Neigung zum Humor dein Leben noch lang begleiten:-)

S.a. Brass Bands On Stage

Short portraits

Matthias Schorn

Matthias Schorn
Matthias Schorn

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Es freut mich ganz besonders, dem Kreis der Anhänger der böhmischen Blasmusik den Bandlieder, Moderator, Komponisten, Arrangeur und Klarinettisten Matthias Schorn, einen besonders talentierten Mann vorzustellen.

Matthias wurde am 3. November 1982 in Salzburg geboren. Der Fokus seiner musikalischen Interessen ist sehr breit angelegt und reicht von der Volksmusik über zeitgenössische musikalische Strömungen bis zur glanzvollen Wiener Klassik. Durch seine vielfältigen Initiativen und Engagements fördert er musikalische Aktivitäten in Österreich wo er nur erscheint. Die Blaskapelle MaChlast, die von Matthias geleitet wird,  fand anfangs vor allem im Segment der böhmischen Blasmusik ihr Umfeld der Hauptbetätigung. Unter der respektvollen musikalischen Leitung von Matthias entwickelte sich diese Formation mittlerweile zu einem sehr fähigen Klangkörper, der gerne neue Wege geht und sich auch auf zum Teil recht mutige  musikalische Experimente einlässt.

Matthias studierte Konzertfach Klarinette an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Johann Hindler und besuchte mehrere Meisterkurse, u.a. bei Alois Brandhofer in Salzburg.

 Seine berufliche Laufbahn begann er als Klarinettist beim Radio Symphonie Orchester Wien, 2007 wurde er dann beim Deutschen Symphonie Orchester Berlin, bei den Münchner Philharmonikern, der Wiener Staatsoper und schließlich bei den Wiener Philharmonikern als Klarinettist engagiert.

 Als Soloklarinettist konzertierte er u. a. mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin , dem Rundfunk Symphonie Orchester Berlin, dem  Mendelssohn Kammerorchester Leipzig, dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt,  dem Bruckner Orchester Linz , den London Mozart Players , dem Münchner Kammerorchester , der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg, den Wiener Mozartisten, dem Wiener Jeunesse Orchester, dem Innviertler Symphonie Orchester und der Wiener Kammerphilharmonie.

 In den vergangenen Jahren gastierte er regelmäßig als Soloklarinettist bei den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden , dem NDR Symphonie Orchester Hamburg , dem Bayrischen Staatsorchester München , der Camerata Salzburg und dem Wiener Kammerorchester.

 Neben seinem Schwerpunkt, der Orchestertätigkeit sowie einschlägigen Solo-Projekten ist ihm die Kammermusik ein wichtiges Anliegen. Zu seinen Partnern zählen u. a. Christoph Eschenbach, Daniel Hope, Wu Han, Gabor Boldoczki, Christopher Hinterhuber, Eszter Haffner, Philip Dukes, Hartmut Rhode, Daniel Müller-Schott, Raphael Wallfisch, Ernst Kovacic, Milan Turkovic, Jens Lindemann, Armin Mueller-Stahl, Julia Stemberger, Frank Hofmann, Erwin Steinhauer, das Faure Quartett, das Minetti Quartett, das Kungsbacka Piano Trio und das Quatour Ebene.

Auf der Suche nach seinem eigenen Musizierideal gründete er verschiedene Kammermusikensembles wie das „Trio Marc Chagall“, das „Theophil Ensemble Wien“ oder das Crossover Ensemble „Faltenradio“ bzw. die schon erwähnte Blaskapelle „MaChlast“.  Einen erheblichen Teil seiner Freizeit widmet Matthias  der Volks- bzw. Blasmusik und tritt dabei immer wieder auch als Komponist und Arrangeur in Erscheinung.

Matthias betätigt sich außerdem als ein Jurymitglied verschiedener Wettbewerbe, leitet eine Klarinetten-Klasse an der Konservatorium Wien Privatuniversität und ist künstlerischer Leiter des von ihm gegründeten Festivals „PalmKlang“ in Oberalm (Salzburg).

 Am 9. Dezember 2011 wird Matthias Schorn als Solist mit den Wiener Philharmonikern unter  Maestro Gustavo Dudamel im Wiener Musikverein debütieren.

Matthias Schorn und Gustavo Dudamel haben vieles gemeinsam. Vor allem  ist es die enorme junge Vitalität, "kontrollierte Emotionalität"  und musikalische Begeisterung, die die zwei klar miteinander verbindet. Auf meine gezielte Anfrage hin, wer denn die Superidee gebar, die zwei zusammenzuführen, sagte mir Matthias, es sind  Dieter Flury und Clemens Hellsberg von der Geschäftsführung der Wiener Philharmoniker gewesen.

Zu Gustavo Dudamel s.a. ein sehenswertes Video, wo Dudamel  das unglaubliche Simon Bolivar Youth Orchestra of Venezuela dirigiert,
Gustavo Dudamel at the Proms
José Pablo Moncayo "Huapango"


Und wo nimmt Matthias all die Zeit für seine umfassenden Aktivitäten her? Die Frage hat sich erübrigt.  Seine Antwort würde ohnedies wie die des Gustavo Dudamel lauten:
 
"If you love something,
you have time, a lot of time"

Gustavo Dudamel
Star-Dirigent
Gustavo Dudamel
aus Venezuela
demnächst
in Wien