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Skladatel Václav Bláha / Komponist Václav Bláha

Václav Bláha
Václav Bláha
Červená sukýnka



Gesang M. Burdová, L. Výškovská
BK Jindřich Bauer
Schallplatte Supraphon 1969

 

 

Im heutigen Beitrag werde ich mich mit einem weiteren „König der böhmischen Blasmusik“ befassen, dem Musiker und Komponisten Václav Bláha.

Diese Zeilen sind dem Andenken an meinen verstorbenen Vater gewidmet, der Lieder von Václav Bláha mochte und oft sang.

Václav Bláha. wurde am 4. Mai 1901 in einem winzigen, etwa 50km nördlich von Pilsen gelegenen, heute knapp über 20 Seelen zählenden Weiler Křečov geboren, auf der Landkarte beinahe kaum zu finden. Seine Eltern, die sehr musikalisch waren, besaßen im Ort ein kleines Wirtshaus mit Abstiegsmöglichkeit. Der kleine Ort war verkehrsmäßig gut gelegen, was für die Wirtshausprosperität des Wirtshauses von besonderer Bedeutung war. Spediteure und Geschäftsreisende hielten hier gerne an. Die Familie hatte vier Kinder, Václav war der Zweite. Die Eltern waren darauf aus, die Kinder zur Musik zu führen. Mit ihrem Beispiel gingen sie voran. Der Vater spielte Ziehharmonika sehr gut, die Mutter begleitete ihn mit ihrer schönen Stimme. Die gelegentlichen musikalischen Beilagen der Wirtshausbesitzer haben zur Attraktivität der gemütlichen Lokalität sicherlich beigetragen. Beide Eltern führten behutsam die Kinder zur Musik. Václav und sein Bruder Rudolf fühlten sich schon in ihrem zarten Alter motiviert, Instrumente zu spielen. Sie lernten ziemlich rasch die übliche Geige, dann die Blasinstrumente Trompete und Posaune zu beherrschen, selbstverständlich zur großen Freude der Eltern, denn fürs Musizieren im Wirtshaus waren die zwei Kids eine echte Bereicherung. Die Nachricht machte Runden und bald spielten sie auch in der weiten Nachbarschaft. ...

Václav Bláha  hatte den  Beruf eines Zimmermanns erlernt. In musikalischer Hinsicht erhielt er keinen Unterricht. Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Autodidakt. Nicht nur was das Erlernen von Noten und Instrumentenspiel anlangte, sondern später dann hatte er sich auch die Grundsätze der Komposition selbst beigebracht. Seine Eltern mussten besonders freundliche und umgängliche Menschen gewesen sein, die mit ihrer Mentalität den jungen Václav sehr positiv prägten. Von seinem Elternhaus bekam er ein weiches, einfühlsames Gemüt auf den Lebensweg, kam mit Witz und Charme mit Leuten zu Rande und besaß subtiles Empfinden für seine Umgebung. Seine Charaktereigenschaften fanden, wie es auch nicht anders sein konnte, in seiner späteren kompositorischen Tätigkeit ihren Niederschlag.

R.A.Dvorský
R. A. Dvorský

Seine musikalischen Fähigkeiten wurden entscheidend während des Militärdienstes sowie in weiterer Folge durch seine Auftritte im Prager Milieu geprägt, wo er sich tagtäglich in unterschiedlichen Cafes, kleinen und größeren Orchestern bei Kino und Theater behaupten musste. Einige Jahre nach dem 1. Weltkrieg wurde Václav Bláha vom Glück ereilt. R. A. Dvorský, der Leader eines prominenten Salon-Orchesters in Prager Gesellschaft, war gerade auf der Suche nach einem Ersatz für Karel Vacek, der das Orchester verließ. Václav Bláha wurde entdeckt und bekam den Zuschlag. Er besetzte somit die Stelle des 2. Trompeters im Dvorský-Orchester. Damit begann für ihn der bedeutendste Abschnitt seines Lebens sowie seiner schöpferischen Tätigkeit. Bis zum Jahre 1948 wurden die meisten seiner Stücke in Druck und als Schallplatten-Einspielungen im Verlag R. A. Dvorský erschienen. Nach dem 2. Weltkrieg versuchte Václav Bláha auch ein von ihm gegründetes Orchester eine Zeitlang zu führen.

In kompositorischer Hinsicht blieb Václav Bláha vor allem bei der Volksmusik, meistens auch als Textautor. Als talentierter Musiker spielte er hingegen gerne was sich gerade ergab, insbesondere die zu seiner Zeit beliebten, zeitgenössischen modernen Stücke. Als Solotrompeter wurde er in einigen Dutzend Filmen im Ton und Bild festgehalten. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen vor allem Polkas: die vermutlich bekannteste unter ihnen die Polka „Jetelíček u vody“ (Herz-Schmerz-Polka), „Muzikanti pojďte hrát“, „Včera jsem tě čekala“, „Děvče jako růže“, „Čočovička“, „Leť stále dál a dál“, „Kdybych já věděla“, „Kdo tě bude milovat“ u.v.a.m., Walzer „Červená sukýnka“, „Hvězdička“, aber auch Tango-und Mazurka-Stücke. In seinen späteren Jahren versuchte er auch Volkslieder für Kinder zu komponieren, die im „Staatsverlag für schöne Literatur“ in den 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erschienen.

Václav Bláha starb während eines Besuches am 22. März 1959 unweit von Příbram.

CZ Pracuji na překladu pro české čtenáře ...

- CZ - Povím vám, proč mám rád dechovou hudbu a proč jsem jí oddaně sloužil: protože jejím základem je dech. Bez dechu není života, dech je tvořivá síla.
Naši dědové a otcové to věděli, a kdo to chce dnes popírat, je sám proti sobě.
Česká dechovka nezahyne, její krásná živá tradice to nedovolí.
-- Ladislav Kubeš st.
- DE - Ich sage ihnen,warum ich Blasmusik liebe und warum ich ihr hingebungsvoll mein ganzes Leben diente: Die Grundlage fúr die Blasmusik ist der Atem.
Ohne Atem gibt es kein Leben, Atem ist Schöpfungskraft. Unsere Opas und Väter wussten dies, und wer das bestreiten will, ist selbst gegen sich.
Die böhmische Blasmusik wird nicht untergehen, ihre schöne Tradition erlaubt es nicht.
--Ladislav Kubeš Sen.