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Skladatel František Maňas / Komponist František Maňas

Biographie

František Maňas wurde am 4. Oktober 1921 in Sehradice geboren.. In seinen acht Jahren begann er Geige zu spielen, dann kam das Flügelhorn und insbesondere das Harmonium hinzu. Mit seinen zwölf Jahren spielte er bereits Orgel in der Kirche, ab Fünfzehn dann auch in der Blaskapelle seines Vaters. Gleichermaßen wie sein Bruder Vaclav , besuchte er die Obst-Wirtschaftsschule in Vizovice und nahm Privatunterricht in den Fächern Klavier und Komposition bei Oldřich Palkovský in Zlin.

Im achtzehnten Lebensjahr unternahm František den ersten Kompositionsversuch mit eigenem Arrangement. Es war das Tango „Když hvězdy záží“ / „Wenn Sterne strahlen“. Beim Anhören dieser Komposition in der Ausführung der väterlichen Blaskapelle war ihm klar, dass er für weitere Tätigkeit als Komponist, einer Tätigkeit, die ihn mehr reizte als das eigentliche Musizieren, eine weitere musikalische Ausbildung nötig hat. Außer von Herrn Palkovský wurde ihm in musikalischer Hinsicht vom „Meister der Meister“ Jindřich Praveček das Meiste vermittelt . Später studierte er noch Komposition bei Josef Suchý in Brünn.

Im Jahre 1943 komponierte František Maňas den Walzer „Sněženky“ / „Schneeglöckchen“, die für Blasmusik und Streichorchester verlegt wurden. Dieses Stück wurde auch in Aufnahmestudios in Prag, Brünn und Ostrau auf Tonträger gebracht. Dies bedeutete auch schon einen kräftigen Start, der František zu weiterer Kompositionstätigkeit mächtig motivierte. Zu dieser Zeit spielte er gleichzeitig im Restaurant Slavia in Luhačovice den Gästen zur Unterhaltung.

Zu seinen kompositorischen Anfängen ist angebracht zu erwähnen, dass es sein Bruder Václav war, der nach Rückkehr vom Bundesheer mit dem Vorschlag kam, gemeinsam Stücke zu schreiben. Ja, es war primär auf Václav Initiative zurück zu führen, sich schöpferisch mit Kompositionstätigkeit zu beschäftigen. Daras erwuchs eine lange Zusammenarbeit, deren Produkte sie mit beiden Namen – F.V. Maňas – firmierten. Dabei neigte František dazu, die Musik, Václav hingegen die dazu passenden Texte zu schreiben. Erwähnenswert aus dieser Zeit wäre beispielsweise die Polka „Jarka“, die sehr erfolgreich war und bis heute gespielt wird.

Im Jahre 1945 heiratete František. Er pflegte oft - auch in späteren Jahren bei diversen Anlässen - zu scherzen: „Ich hatte das Glück gehabt, dass ich zu meiner „Galánka“ (Geliebte im Dialekt) nicht allzu weit musste, nur etwa 100 Meter.“ Da im Elternhaus der ältere Bruder Václav die Hauswirtschaft führte, nahm František ein günstiges Angebot wahr und zog nach Hevlin um, einem kleinen, unscheinbaren Ort im Grenzgebiet zu Österreich, kaum 2 km von der Therme Laa an der Thaya entfernt. Dort bot sich für ihn eine Stelle als Orgelspieler. Kurz nach seinem Umzug gründete er hier eine Blaskapelle, die sich bald darauf bei den verschiedenen überregionalen Wettbewerben stets an den vordersten Plätzen positionierte. Hier in Hevlin entstand im Jahre 1947 auch die wunderschöne „Südmährische Polka“, der Walzer „Pohádka z Poddyjí“ und nach deren außergewöhnlichem Echo weitere Kompositionen.

František war in Hevlin beliebt, er träumte aber vom Brünn, wo sich natürlich weit größere Kontaktmöglichkeiten zur Musik und musikalischem Geschehen bot. Im Jahre 1961 zog deshalb nach Brünn um, zwei Jahre arbeitete im Betrieb Chirana und mit Hilfe seines Freundes Ladislav Kozderka, dem Musikdramaturgen im Brünner Rundfunk, wurde er beim Rundfunk als Archivar und Hilfstechniker beim Orchester Studio Brünn angestellt. Dort blieb er ganze zwanzig Jahre. Dank des Brünner Rundfunks gelang es ihm, nach Tokyo zu kommen. Dort spielte er ein ganzes Jahr in einem tschechischen Restaurant anlässlich einer dort stattfindenden Weltausstellung, bei der auch die (damalige) Tschechoslowakische Republik vertreten war.

František Maňas übte weder die Musik noch seine kompositorische Tätigkeit als seinen Hauptberuf aus. Er war immer irgendwo beschäftigt, verdiente damit seinen Lebensunterhalt und jedwede musikalische Tätigkeit war für ihn nur ein Hobby in seiner Freizeit. Dabei vergas er nie seine Ursprungswurzeln sowie die Umstände, aus denen er hervorging. In seinen Kompositionen mangelt es daher nicht an Offenheit, Bodenständigkeit, Volksnähe, Kernigkeit, Ehrlichkeit sowie musikalischem Empfinden. Seine Lieder spiegeln den Alltag des mährischen Landlebens wider.

Seinen Achtziger feierte er mit einem Konzert im Hodoniner Kulturhaus. Bojané besorgten die musikalische Umrahmung. Für diese Gelegenheit komponierte František Maňas die Polka „Osumdesátka“ / „Der Achtziger“, mit Text von Stanislav Pěnčík.

Wenn František Maňas erwähnt wird, denkt man nicht nur an Polkas und Walzer im Einklang mit der Volkstradition. Er komponierte auch anspruchsvolle Konzertstücke, meistens inspiriert durch das mährische Volkslied. Er komponierte zehn Südmährische Tänze, von denen der mit der Nummer 4 weltweit bekannt geworden ist. Er komponierte instrumentale Solostücke aber auch eine Weihnachtsmette, Pastorale sowie Stücke zu religiösen Anlässen. Seine Musik findet man weiterhin in vielen Blasmusik-Repertoires der mährischen Blaskapellen. Es ist eine Musik, die in vielen Zuhörerherzen ihre Heimat gefunden hat.

František Maňas starb am 21. Dezember 2004 nach einer langen, schweren Krankheit im Alter von 83 Jahren. Zu seinem Abschied am Brünner Zentralfriedhof am 29. Dezember kamen nammhafte Persönlichkeiten des tschechischen blasmusikalischen Lebens. In der Trauerhalle erklang zum Abschied seine Konzertkomposition „Hvězdy“/“Sterne“, gesungen von Karel Hegner. Zum letzten Mal spielte ihm eine Trauerkapelle, die sich aus unmittelbaren Freunden-Musikanten vieler mährischer Blasformationen zusammensetzte, ehe František Maňas in den Nachmittagstunden beigesetzt wurde.

Kompositionsverzeichnis von František Maňas

- CZ - Povím vám, proč mám rád dechovou hudbu a proč jsem jí oddaně sloužil: protože jejím základem je dech. Bez dechu není života, dech je tvořivá síla.
Naši dědové a otcové to věděli, a kdo to chce dnes popírat, je sám proti sobě.
Česká dechovka nezahyne, její krásná živá tradice to nedovolí.
-- Ladislav Kubeš st.
- DE - Ich sage ihnen,warum ich Blasmusik liebe und warum ich ihr hingebungsvoll mein ganzes Leben diente: Die Grundlage fúr die Blasmusik ist der Atem.
Ohne Atem gibt es kein Leben, Atem ist Schöpfungskraft. Unsere Opas und Väter wussten dies, und wer das bestreiten will, ist selbst gegen sich.
Die böhmische Blasmusik wird nicht untergehen, ihre schöne Tradition erlaubt es nicht.
--Ladislav Kubeš Sen.