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Böhmischer Kirtag 2006

Impressionen vom unvergesslichen Marathon-Wochenende in Aspang/Niederösterreich

BK2006 Das nun alle zwei Jahre stattfindende, regelmäßige Treffen der Liebhaberinnen und Liebhaber der böhmisch-mährischen Blasmusik in Aspang am Wochenende den 25. bis 27. August 2006, das von Hans Makos vor etlichen Jahren ins Leben gerufen wurde und dieses Jahr im Zeichen des 25. jährigen erfolgreichen Wirkens der Blaskapelle MAKOS BK2006
Siehe auch Fotoarchiv: Fotos 2006

Mit dem diesjährigen Böhmischen Kirtag wurde im europäischen Raum meinem Empfinden  nach eine neue Dimension erreicht. Es war für mich, wenn ich mir vorherige, erlebte Böhmische Kirtage vor Augen führe und auch durchaus an vergleichbare große Festivals woanders denke, in mehrfacher Hinsicht ein Megaevent. Es war ein besonderes Ereignis hinsichtlich der Anzahl der Teilnehmer, ihres kultivierten Verhaltens, der Präsentationsvielfalt der teilnehmenden Blaskapellen, der Qualität ihrer Darbietungen. Es war aber auch ein signifikantes Event bezüglich des reibungslosen Ablaufes, perfekt funktionierender Logistik inklusive einer problemlosen Verpflegung. Nicht zuletzt fiel auch das Wetter recht passabel aus mit einem nicht allzu aufregenden Regenschauer am Sonntag, was im Festzelt allerdings an manchen Stellen einigen Bodenmist verursachte.

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Verpflegung
Wir wissen, dass ein Fest dieser Größenordnung viele Stunden sorgfältiger Vorbereitung erfordert. Die Freiwillige Feuerwehr Aspang, die Marktkapelle Aspang sowie die Gemeinde Aspang haben sich bemüht, das Fest an nichts fehlen zu lassen. Maßgeblichen Beitrag lieferten auch zahlreiche freiwillige Helfer aus dem Ort sowie der Umgebung, die mit ihrem Herz, Hirn und tatkräftiger Hand zum Gelingen dieser alles andere als ausgesprochen kommerziellen Veranstaltung beitrugen. Sie alle können hier namentlich wegen der angestrebten Darstellungskürze leider nicht erwähnt werden. BK2006
Eine sicherlich gerechtfertigte Ausnahme sei allerdings erlaubt - Hans Makos, als der geistige Vater der Veranstaltung. Hans Makos entwarf das Veranstaltungskonzept, traf die Auswahl der teilnehmenden Blasformationen, kümmerte sich um das Timing, zeitgerechte, flächendeckende Ankündigung, koordinierte die Realisierung, führte die gesamte Veranstaltungsregie und war bereit, den allfälligen Erfolg/Misserfolg zur Gänze auf seine Schulter zu nehmen.

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Renate Makos
Während der Veranstaltung - das dürfte sicherlich nicht nur mir aufgefallen sein - bedachte Hans auf seine offene Art viele Mitwirkenden, die zum Festgelingen beitrugen, mit einem herzlichen Dankeschön.
Ich habe an dieser Stelle das große Bedürfnis, mich bei Hans auch mit einem bunten Blumenstrauß und einer Flasche vom erlesenen Schilcher für seine langjährige unermüdliche moralische sowie ethische Förderung der böhmisch-mährischen Blasmusik in Österreich zu bedanken. Hans leistete im Laufe seines Wirkens zur Ausweitung der Grenzen dieser musikalischen Gattung einen signifikanten Beitrag. Ohne die Begeisterung für die böhmisch-mährische Blasmusik, die im Hans stets lodert, wäre auch eine Veranstaltung
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Hans Makos
wie der Böhmische Kirtag in Aspang, nicht einmal als eine bloße Fantasievorstellung denkbar. Hans Makos, dessen Vorbilder seinerzeit Jan Slabák sowie der heute anwesende Antonín Pavluš waren, wurde zum Sinnbild dieser musikalischen Gattung in Österreich. Er wurde selbst zum Leitbild für unzählige Formationen Hierzulande, bei denen er die Begeisterung stiftete und in vielen Fällen den konkreten Anstoß zur Gründung eigener Kapelle gab. Und alles das auf der Seite einer wunderbaren Frau, die ihn als unsichtbarer Schatten bei all seinen Aktivitäten tatkräftig unterstützte - den zweiten Blumenstrauß überreiche ich Renate Makos.

Das war der Freitag ...

Um keine Parkplatzschwierigkeiten zu erleben, entschloss ich mich, mindestens eine Stunde vor der Veranstaltung am Ort der Begegnung einzutreffen. Mein "alter" Parkplatz war aber schon belegt, ein erster Hinweis für mich, dass dieses Mal offensichtlich mit mehr Teilnehmern zu rechnen sein dürfte. Aus dem Festzelt wurde man aus der Ferne mit flotten Stücken aus Hans neuester CD - "Mit neuem Schwung" - begrüßt. Im Veranstaltungszelt mit einem Fassungsvermögen für etwa über 2000 Teilnehmer herrschte ein reges Hin und Her. Beim Eintritt zu meiner Rechten ein für mich schon gewohntes Bild - einige Mitglieder der Makos Partie an der Weinbar, in ausgelassener Laune und offensichtlich bestrebt, ihre Blutkonsistenz mit erlesenen Weinen auf den wünschenswerten Wert zu adjustieren. Das Zelt begann sich mit abnehmender Zeit vom Begrüßungsauftritt des Gastgebers, der Blaskapelle Makos, zunehmend zu füllen.
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25. jähriges Jubiläum der Blaskapelle MAKOS

Um 19.30 war es so weit, das Zelt war fast voll, die Tontechnik in "place and ready" mit Alois Schuh an den Hebeln, des Anlasses wegen nicht spielend. Makos-Crew war in einer ausgezeichneten Stimmung, spielte sehr konzentriert mit lockerem Sound, hörbar ausgeruht und sehr gut vorbereitet. Hans schaffte es durch seine langjährige Tätigkeit als Moderator und Allrounder spielend, den Veranstaltungsrahmen zu setzen, die anwesenden Gäste, manche auch im Einzelnen zu begrüßen, beim Spiel voll dabei zu sein und sich in den Pausen zwischen den Stücken mit Hundert anderen Sachen zu befassen, eben ein Allrounder. Hans nutzte die Gelegenheit, sich bei einigen alten treuen Begleitern, die nicht mehr zu den aktiven Mitliedern zählen, sich mit Kuss und Blumen bzw. einem Handschlag nochmals zu bedanken. Jede teilnehmende Blasformation bekam, das sei hier gleich vorweggenommen, von Hans eine Plakette "Zur Erinnerung - 25. Jahre Blaskapelle MAKOS" als Erinnerung an diesen denkwürdigen Jubiläumskirtag. Die Stimmung in dem inzwischen voll besetzten Festzelt war auf ein Niveau angehoben worden, wo ich mir Gedanken machte, wie es eigentlich durch den Auftritt folgender Formationen weiter gesteigert werden kann. Unnötige Sorgen, wie sich dann im weiteren Verlauf der Veranstaltung auch in den kommenden Tagen herausstellte. Eine Steigerung war, wie man erleben konnte, fast immer möglich :-)

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Das Publikum in guter Laune

Während einige Makos-Mitglieder das Publikum mit gefühlvoll vorgetragenen Soli im Bann hielten, trudelten einige mir sehr vertrauten, lieben Leute ein: die Blaskapelle Mistříňanka kam aus Hodonín so eben an. Ich komme mit ihnen zwar sehr oft zusammen, willkommen sind sie mir aber alle jedes Mal mit ihrem weichen Herz. Mistříňanka ist mit ihrem echten mährischen Charakter ein unverrückbarer Felsenblock in der Blasmusik meiner Heimat und das durchgehend sagenhafte 35 Jahre. Ich habe keine Ahnung, was sich bei dem geplanten Mistříňanka Jubiläumsfest zum 40. jährigen Bestehen alles abspielt. Hans Makos, um es vorwegzunehmen, kann sich einer Einladung sicher sein. Was Antonin Pavluš sagt, das hält er auch.

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Die Top- Blaskapelle aus dem blasmusikalischen Kernland: Mistříňanka
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Podiumswechsel. Mistříňanka-Crew präsentierte sich von ihrer gemütlichen, lässigen Seite, stets in Profiform. Die qualitativen Maßstäbe an die musikalische Performance werden intern seit vielen Jahren auf einem hohen Niveau gehalten. Das ist charakteristisch für diese Blasformation, wie ich sie immer wieder erlebe. Obwohl die Stückwahl dem Publikumsgeschmack durchaus gut angepasst war, gab es für meinen Geschmack viel zu wenig vokale Stücke, die, begleitet vom Gesangsquartett Petr, Vašek, Miluška, Marie, den echten und unverwechselbaren Mistříňanka Sound charakterisieren. Die rein instrumentalen Darbietungen, die in Mähren nicht gerade zu der beliebtesten, als "echt mährischen" Darstellungsformen zu zählen sind, kommen außerhalb der Heimat aus verständlichen Gründen besser an.
BK2006 Antonín Pavluš erschien mit einer geringen Verspätung, aber noch zeitgerecht, um von Hans "protokollarisch" empfangen zu werden. Antonín zählt mittlerweile zu blasmusikalischen Legenden in Mähren. Trotz der Strapazen, die seine Anreise erforderte und seinem derzeitigen Wohlergehen keinesfalls förderlich war, hatte er sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Hans persönlich zu seinem 25. jährigen Bestandsjubiläum zu gratulieren. Es war in meinen Augen eine denkwürdige Begegnung zweier einander sehr schätzender Persönlichkeiten, die ich optisch festgehalten habe. Für die sonstigen, durchaus gelungenen Fotos von meinen geschätzten Freunden sind sie mir bei einem ihrer künftigen Auftritte in Mähren eine vokale Nummer schuldig :-) BK2006
BK2006 BK2006 Die nächste Formation, die nach einem kurzen Umbauwechsel das Podium betrat, die Reiner Musikanten, war meiner Einschätzung nach in erster Linie darauf aus, die Gunst des Publikums durch animierte Klatschversuche rasch zu gewinnen. Ich lasse mich durchaus gewinnen, allerdings durch eine Präsentation, die meine Gefühle berührt, nie durch eine auf Effekte ausgerichtete Show. Ich höre einfach aufmerksam zu, lasse die gebotene Musikalität auf mich einwirken und wenn es mich ergreift, finde ich immer eine geeignete Art, meiner Wertschätzung zum Ausdruck zu verhelfen. BK2006
Auf mich wirkte diese blasmusikalische Präsentation eigenartig fremd. Irgendwie wusste ich nicht, was mich beeindrucken soll. Mährische Blasmusik hat für mich Inhalte, ich verbinde sie nicht mit einer Unterhaltungsschow. Die fortgeschrittene Zeit mag sicherlich auch dazu beigetragen haben, dass ich lieber ans Heimgehen dachte, denn der Freitagabend war erst der Anfang.

Das war der Sammstag ...

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Blech & Co.
Der Samstagabend wurde mit der Blaskapelle Blech and Co. aus Schwabenland unter der musikalischen Leitung von Franz Xaver Holzhauser eröffnet. Franz Xaver ist ein gestandener Musiker, er komponiert, singt, dirigiert und wer weiß, wie er sich musikalisch sonst noch betätigt. Die kurzen "Showeinlagen", die er während einiger vokaler Stücke, gemeinsam gesungen mit Michaela Strobl, zum Besten gab, wirkten ungezwungen und irgendwie natürlich hinein passend.
Michaela Soloeinlagen kamen beim Publikum sichtlich gut an. Spätestens mit dem in dieser Saison oft gehörten Hit, "Böhmischer Sommertraum", brachten die auf den Publikumstischen verstreuten Tenoristen das anwesende Publikum "zum Kochen" (es wurde kein Glas umgeschmissen). Die Stimmung im Zelt wurde dadurch definitiv auf das "Betriebsniveau" "hoch gehievt" :-) BK2006
Tenoristen
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Franz X. Holzhauser
Franz Xaver kam nicht mit leeren Händen. Zum 25. Jubiläum schenkte er Hans seine Eigenkomposition "Bohemian Lavas", ein Solostück für Bariton und Trompete und legte eine CD dazu mit den liebenswürdigen Worten ... "damit Hans wisse, wie es gespielt gehört" :-). Die Partie machte auf mich alles in allem einen sehr gemütlichen Eindruck, spielte konzentriert, musikalisch stets solide unterwegs, manch Herz locker gewinnend. Die natürlich heitere Stimmung in der schwäbischen Abordnung konnte ich am Schluss ihrer Präsentation noch einmal unmittelbar erleben, als ich versuchte, das vollständige "Damenregister" vor die Kamera zu bekommen. BK2006
Dankeschön an Franz
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Blech & Co. - gepflegte Blasformation mit großem Herz für die böhmisch-mährische Blasmusik

Die Makos-Crew, die nach einer kurzen Podiumspause zum zweiten Mal die Zügel voll in die Hand nahm, brachte mit ihrem mit Soli gefüllten Programm eine weitere Stimmungssteigerung unter den Fans. Das Zelt war an diesem Abend, man kann es vorsichtshalber nur vermuten, ehmmm, spürbar über seine Kapazität gefüllt. Aber, wie gesagt, niemand weiß etwas Genaueres :-) Ich enthalte mich absichtlich der Nennung von Solospielern bei allen auftretenden Kapellen, denn ich weiß wie peinlich es ist, den einen oder den anderen aus Versehen nicht zu erwähnen. Außerdem würde eine detaillierte Darstellung meinen dafür vorgesehenen, verfügbaren Zeitrahmen eindeutig sprengen.

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Einige Mitglieder des bekannten Gloria-"Gang"

Wie zu erwarten war, traf inzwischen Blaskapelle Gloria aus Kijov ein, die zweite Blasformation aus Mähren. Gloria, die sowohl im instrumentalen wie auch im vokalen Bereich die qualitative Latte einige Jahre hochhält, hatte diesmal keine leichte Aufgabe, ihre "Auftrittsstrategie" zu wählen. Die Stimmung im Festzelt war sehr angeheizt. Mit einer qualitativ hochwertigen Darbietung erfreut man einen Teil des Publikums, mit einem "populistischen" Zugang gewinnt man den anderen Teil. Es ist daher in einer solchen Situation ein Kompromiss unbedingt von Nöten. Meinem Empfinden nach versuchte Gloria mit gehobenen Stücken loszulegen, mit eher allgemein bekannten Stücken im Mittelteil das aufgebrachte Publikum hochzuhalten, um anschließend mit moderneren Stücken abzuschließen. An sich eine brauchbare Strategie wie ich glaube.

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Zdeněk Gurský-Geschenk an Hans Makos : Makos-Polka

Die Rechnung ging meiner Einschätzung nach fast aus. Fast deshalb, weil der Mittelteil, insbesondere mit der Südböhmischen Polka in eine sehr hitzige, ausgedehnte, durch Wiederholungen gekennzeichnete Phase ausartete. "Die Südböhmische" kennen alle, es ist ein Stück, das auch in den Ohren gut klingt. Für Zdeněk Gurský war es keine leichte Situation, die aufgebrachten Emotionen schnell zu bändigen ... und die für einen Auftritt knapp bemessene Zeit blieb nicht stehen. Jeder Auftritt hinterlässt Gefühle als das Gesamtresultat übrig. Jede Blasformation, die auf den Gesang nicht verzichtet, hat bei mir von vornherein einen gewissen Bonus (ok, manche Formationen können den "Gesang" auch nicht für sich in bare Münze umsetzen :-) Mit Ausnahme der "populistischen" Einlagen war ich mit dem Auftritt, inklusive der außerhalb der mährischen Blasmusik liegenden, modernen Stücke (etwa der Ausschnitt aus "Phantom der Oper") recht zufrieden. Zdeněk ist in meinen Augen eine sehr nette Geste gelungen. Zum 25. Jubiläum hatte er für Hans die "Makos-Polka" komponiert, die auch vor Ort aufgeführt wurde. Als Zugabe bekam er noch eine Flasche "echtes mährisches Feuerwasser" aus Zwetschken/Pflaumen, Gesundheit.
Wenn ich bedenke, wie viel Termine Gloria im Laufe des Jahres wahrnimmt, insbesondere bei den westlichen Nachbarn, bleibt es für mich immer noch ein Rätsel, wie sich das ziemlich hohe Spielniveau bei all den Strapazen aufrechterhalten lässt.

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die "Flotten"
Die letzte Partie im Samstagzug, die hinter den Notenpulten Aufstellung bezog, waren die Flotten Bergsteiger. Ich, ein wenig angeschlagen, war im Begriff nach Hause zu gehen. Zwei, drei Stücke sich anzuführen, betrachtete ich jedoch klarerweise als meine moralische Pflicht - und blieb dann, selbst erstaunt, doch bis zum Schluss ihres Auftrittes. Die Formation entpuppte sich für mich als eine angenehme Überraschung. Ich hörte diese Formation vor geraumer Zeit, es blieben aber keine Eindrücke zurück. Es war sicherlich für die Zuhörer eine große Freude zuzuhören, BK2006
die "Flotte"
was diese Partie zur ganz späten Stunde an Herzhaftem und gemütlich Gespieltem noch zu geben wusste - in voller Frische, voller Konzentration. Einige Showeinlagen wurden dezent eingeflochten, etwa das Spiel an der Zugsposaune, wo der Zug mit dem rechten Fuß betätigt wurde, die aber nicht aufgedrängt wirkten und beim Publikum großes Echo fanden. Meine Begeisterung führte mich gleich zum Klaus Ruster, um eine CD als Kostprobe von dieser Blaskapelle zu erwerben. Klaus Ruster verlegt bekanntlich nicht nur hervorragende Notenhefte, sondern bietet auch eine gut sortierte Kollektion von CD´s mit böhmisch-mährischen Titeln an. Paar Nach einigem Anhören der CD Paar Tage später musste ich mir gestehen, dass mit der Live-Auftitt mehr beeindruckte. Bei anderen CD´s ist es oft genau umgekehrt :-)

 

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"Die Flotten Bergsteiger" - beeindruckende Technik und Musikalität: Tuba, Tenor, Posaune


Das war der Sonntag ...

BK2006Die Magnificent wie viel? ... ja, mehr als "seven" aus Burgenland

Spätestens beim Auftritt von Tschecharanka wurde mir bewusst, wie es eigentlich beim Podiumswechsel der Blasformationen hektisch zugeht. Die Hektik wurde klarerweise durch die Soundtechnik verursacht. Jeder weiß, wie spielend auch die beste Partie durch nicht funktionierende oder schlechte Soundtechnik ruiniert werden kann. Derartige Fälle erlebe ich immer wieder, ohne auf Details eingehen zu wollen. Meinem Empfinden nach war es diesmal auch bei Tschecharanka nicht anders. Die Paar Minuten zum Umstecken von Mikros rechten nicht aus, um diese auch zu checken, ob sie funktionieren ... die Show musste weiter gehen. In Hans Makos Worten ... "meine sehr verehrten Damen und Herrn, begrüßen wir mit Riesenapplaus ... Tschecharanka" und es ging los. Dem Tontechniker blieb zu retten übrig, was zu retten war :-). Für mich war es trotzdem erstaunlich, was die Blasformation wieder zum Besten gab. Solche Musikalität bringen nur Leute zusammen, die ihr Herz dieser Musik schenken, viel Liebe und Begeisterung dazu, anders geht es ohnehin nicht. Der musikalische Leiter dieser Formation, Tschifko - ich nenne ihn Thomas, es gefällt mir besser :-) - ist ein Allrouder. Er kümmert sich um alles, mir fällt es auf. Er legt den Begleitposaunen vorsorglich ihre Noten auf dem Pult auf, testet Mikros sowieso, wie liebevoll. Es muss immer einen geben, der die Augen überall hat. Ihr Auftritt war für mich wieder ein Erlebnis.

Am Nachmittag kamen weitere zwei Formationen zum Zug, die Blaskapelle MaChlast sowie Blech & Brass Banda. Man kann ja nicht sagen, nach der Mittagspause, denn es gab erstens überhaupt keine geplanten Pausen und zweitens gegessen und getrunken wurde beinahe um die Wette fast rund um die Uhr.

BK2006 Die Blaskapelle MaChlast besteht aus jungen Musikstudenten aus allen Bundesländern, die sich in Wien zusammen gefunden haben. Die Herkunftsheterogenität dieser Gruppe spiegelt sich meinem Empfinden nach auch in ihrem musikalischen Charakter wider. In der Gruppe gibt es viele solistische Individuen, jeder auf seine Art ausgeprägt, einige unter ihnen auch technisch sehr gut unterwegs. Den Namen der Gruppe, MaChlast, betrachte ich, trotz bester Absichten, nicht als gerade die glücklichste Wahl. Der Name bedeutet sinngemäß "Mein Suff" was kaum mit den zu bietenden Inhalten der böhmisch-mährischen Blasmusik in einem BK2006
harmonischen Verhältnis steht. Den Mährern ist nämlich die Assoziation der Blasmusik mit "Saufen" völlig fremd. Das gebotene Klangbild hätte meinem Geschmack nach mehr an Gemütlichkeit, Wärme sowie Farbenpracht enthalten können, um wirklich ein angenehmes Gefühl im Ohr und Herz entstehen zu lassen. Mit stellenweise überzogen schnellen Tempi, entstand, wie ich es empfand, relativ leicht der Eindruck des Hektischen. Mein Eindruck war auch, dass das instrumentelle Handling sozusagen "in die Auslage" gestellt wurde, womit sich aber ein gewisser musikalischer Eindruck gerade auch nicht einstellt. Durch die Präsentation dieser Blasformation wurden meine inneren Emotionen in einem eher beschränkten Ausmaß berührt.
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MaChlast - eine Gruppe von technisch versierten Individualisten
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Gernot
Den Abschluss des für volle drei Tage anberaumten Festival der böhmisch - mährischen Blasmusik wurde der aus Illmitz kommenden Blaskapelle Blech & Brass Banda (BBB) zugedacht. Diese Partie hatte meiner Beobachtung nach im Laufe des letzten Jahres für mein Gefühl auffallend mehr an Profil und eigenständigem Charakter gewonnen. Am Podium wirkte BBB sehr entspannt, irgendwie unspektakulär, was ich immer schätze, spielte lässig aber konzentriert, mit einem leicht mährischen Touch. Gernot Kahofer, der derzeitige musikalische Leiter, hält sich stets bedeckt, was aber nicht bedeutet, dass er nicht für manchen Ulk zu haben ist. Gernot, Du hast meine Sympathien. Alles in allem eine saubere und solide Präsentation und Performance, die manches Herz im Publikum erreichte, das meine sowieso. Siehe auch die Fotos vom aufgebrachten Publikum im Zelt. BK2006
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BBB - EinTrupp von Lebenskünstlern - allen voran der Ideenspender, Bassist "Grabschi"

Als Aussteller waren die Firmen Lechner, Mirafone, Klarus-Verlag sowie Adler-Verlag anwesend. Martin Lechner aus Bischofshofen kam mit seinem Sohn Christian mit einer breiten Kollektion von Instrumenten, zum Teil mit Neuentwicklungen, die an Ort und Stelle ausprobiert werden konnten. Klaus Ruster, ein echter Fan und Förderer der böhmisch-mährischen Blasmusik, brachte ein breites Spektrum von seinem hervorragend editierten Notenmaterial sowie einige CD Titel aus seinem reichhaltigen Verlagsangebot. Damit solche Leute wie Klaus weiterhin Freude an seiner für uns alle wünschenswerten Arbeit Freude behält, ist es notwendig, ihm angemessene Anerkennung entgegenzubringen. Wie? Das wissen ja alle. Mit Sicherheit weiß ich eines, man kann sich bei dieser Tätigkeit einen Peer im Privathafen von Monacco kaum leisten :-) Stets aktuelle Infos kann man von Seiten seines Klarus-Verlag beziehen.
Für diejenigen, die es nicht wissen. Auch Mirafone, südlich von München angesiedelt, der Erzeuger hervorragender Instrumente, hat seine Wurzeln in Westböhmen - Kraslice sowie unweit Klingental 4 km jenseits der Grenze. Die meisten Instrumentenbauer in Deutschland haben alle ihre Wurzeln in diesem kleinen, unscheinbaren Städtchen, etwa 35km nordwestlich von Karlsbad entfernt. Die Kriegswirrnisse brachten es mit sich, dass viele dort Ansässigen, die sowohl Deutsch als auch Tschechisch sprachen, diese Ecke verließen und mit ihnen auch das Know-How des Blasinstrumentenbaus. Aber das ist wieder eine völlig andere Geschichte.

Gesamt betrachtet war der Böhmische Kirtag 2006 in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Diejenigen, die das Glück hatten, dabei sein zu können, werden es nicht so schnell vergessen, davon bin ich überzeugt. Ich darf mich abschließend für die zahlreichen, mir persönlich entgegen gebrachten Zusprüche für meine Tätigkeit in der blasmusikalischen Ecke bedanken. Ganz besonders liebenswürdig empfand ich die Geste der anwesenden Familie Stadelmann aus der Schweiz - Hans Stadelmann ist Eidg. Dipl. Käsereimeister - die mir ein Riesenstück eines echten Schweizer Bergkäse aus ihrer Produktion mitbrachten.

Anniversary June 2014 - Jindřich Praveček

- CZ -


V měsíci červnu vzpomeneme den narození Jindřicha Pravečka, všestranného hudebníka, dirigenta, pedagoga, skladatele, který celý svůj život s láskou zasvětil české hudbě.

Jindřich Praveček
Jindřich Praveček
1909-06-28, Výprachtice
2000-02-11, Pardubice

Rodný kraj, předehra


hudba Jindřich Praveček
hraje Dechový orchestr mladých
ZUŠ Jeseník
jako povinnou skladbu na
mezinárodní soutěži velkých dechových orchestrů v Ostravě 2009-10-16

Jindřich Praveček byl v české hudbě po dobu svého velmi činnorodého života významný hudební skladatel a dirigent, zkušený pedagog vojenských a civilních odborných vysokých škol, umělecký poradce, člen a předseda porot festivalů a soutěží velkých dechových orchestrů doma i v zahraničí.

Významně ovlivnil vývoj české koncertní dechové hudby. Zanechal jako autor mnoho rozsáhlých prací o dechových orchestrech a jejich instrumentaci. Složil 159 opusů. Inspiraci nalézal především v české lidové hudbě. Jeho jméno nese pravidelný festival dechových hudeb "Pravečkův Lanškroun", jehož byl pravidelným hostem. Město Lanškroun udělilo Jindřichu Pravečkovi titul "Čestný občan Lanškrouna".

V roce 1956 byl Jindřich Praveček požádán tehdejší známou továrnou na výrobu hudebních nástrojů AMATI Kraslice, aby se ujal uměleckého vedení továrního orchestru. Přes veškeré nesnáze funkci přijal. Po letech usilovné a trpělivé práce dovedl toto amatérské těleso spolu s dirigentem Karlem Hájkem na vysokou úroveň, což se odrazilo v mnoha soutěžních prvenstvích doma a v zahraničí (Amati Kraslice byl první vítěz tenkrát ještě velmi prestižní "Zlaté křídlovky").

Jindřich Praveček působil ale také jako hostující dirigent u špičkových domácích dechových orchestrů, byl členem porot při soutěžích doma i v zahraničí. Stál u zrodu mnoha festivalů dechových hudeb a pravidelně se jich účastnil. Od Kmochova Kolína, přes Koletovu Rtyni až po svůj nejmilejší Pravečkův Lanškroun.

Jindřich Praveček měl mimořádné pochopení pro řadové muzikanty a měl k nim hezký přístup. Proto ho prostí amatéřští muzikanti měli vemi rádi a velmi si ho vážili. Byl mezi nimi vždy vítán.

Jindřich Praveček zaujímá významné místo mezi  osobnostmi české koncertní dechové hudby. Jeho osobitý skladatelský rukopis je nezaměnitelný. Právě tak jeho cit pro národní intonaci, vroucí melodičnost a mistrovskou instrumentaci.

Byl dirigentem s neomylným absolutním sluchem, s přehledným gestem, přirozenou autoritou a vlídným humorem. Byl také znám jako zkušený pedagog a přísný, ale vždy spravedlivý porotce.

Vyzařoval nezlomnou vírou ve vlastní síly a přesvědčení o správně zvolené životní cestě. Dožil se úctyhodných 90ti let.
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