Evropský portál české dechovky / Europäisches Portal böhmischer Blasmusik / European portal of Bohemian brass EVROPSKÝ PORTÁL ČESKÉ DECHOVKY
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"Takt je hrozná věc. Když jej člověk nemá, hned se každý vzrušuje. Když jej má, nevšimne si toho nikdo."    "Takt ist eine schreckliche Sache. Wenn man ihn nicht hat, regt sich jeder auf. Wenn man ihn hat, merkt es kein Mensch." -- Shirley MacLaine

2007-01-24: Weinender Žváček bei Tschecháranka / Uplakaný Žváček v DH Tschecháranka

cz.png Tento článek jsem napsal původně pouze v němčině. Chce-li některý z českých čtenářů tento příspěvek v češtině, stačí napsat. Přeložil bych jej.

Antonín Žváček genießt bei Anhängern der böhmisch-mährischen Blasmusik nicht nur in der Heimat, sondern auch in benachbarten mitteleuropäischen Ländern ein hohes Ansehen. Er wird nicht von ungefähr als der "mährische Polka-König" bezeichnet. Von ihm ist nicht nur bekannt, dass er eine ansehnliche Anzahl schmissiger, mit Gefühlen durchtränkter Polkas den Blasmusikfans hinterlassen hat.

Vielen Blasmusikfreunden ist die Grundhaltung von Žváček gegenüber Textern vermutlich bekannt. Er war der Meinung, dass seine Kompositionen, entgegen den zahllosen Anbiederungsversuchen seiner Zeitgenossen, keinen Text und somit keine Gesangsbegleitung benötigen. So sind alle Stücke von Antonín Žváček, bis auf die einzige von ihm selbst zugestandene Ausnahme, nämlich die Helenka-Polka, ohne Textbegleitung.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass es immer wieder Versuche gab, seine Kompositionen - nachträglich - mit Text zu versehen. Selbst mein guter Freund Vladimír Salčák, ein talentierter Texter und Kenner der Szene, gestand mir im vieraugen Gespräch zu, mit dem Gedanken "gespielt" zu haben. Aus einem großen Respekt vor Maestro Žváček unternahm er freilich aber nichts in der Hinsicht.

Wo ziele ich mit meinen Gedanken hin?

Die Blaskapelle Tschecháranka präsentierte anlässlich des 2. Burgenländischen Musikantenballs ihren nun schon vierten Tonträger. Die CD besteht aus einem sehr gelungenen Hauptteil, wo man zum Beispiel das ausgezeichnet eingespielte Titel von Josef Konečný "Aus Hodonín" findet. Dieser Hauptteil ist von einem - bezeichnend - gewählten Bonus-Teil gefolgt, den ich für mich nach ersterm CD-Anhören kurzerhand zum Malus-Anhang umbenannt habe. In diesem Anhang, mit dem ich mich nun kurz auseinandersetzen möchte, findet man aus meiner Sicht nämlich eine "unumstrittene" Rarität, die gesungene Polka "Uplakaná" von Antonín Žváček (übersetzt "die Weinende") findet.

Es ist für mich ein Rätsel, was Tschecháranka zu dieser Verulkung geführt haben dürfte, zu einer Verulkung keines geringeren als Žváček selbst. Bei dieser Nummer tauchen gleich mehrere Ungereimtheiten auf, die einen aufmerksamen Blasmusikfan zum Nachdenken einen ernsthaften Anlass bieten.

  • Am CD-Cover steht Musik und Text A. Žváček, ein glatter Ausrutscher. Ein Kontrollanruf beim Verleger dieses Stückes, Michal Steranka ergab, dass es freilich keinen Text von Žvaček gibt und daher auch beim Klarus-Verlag, der die Subrechte von Steranka bezieht, keinen geben kann.

  • Freilich ist das Originalstück für den Gesang nicht arrangiert. Dementsprechend hört sich die Nummer auch an. Über weite Strecken handelt sich bei dieser Nummer um einen klaren Kampf zwischen hohem Blech gegen die sich mühenden, absolut unausgeprägten Gesangsstimmen. Der Tontechniker war offensichtlich gezwungen, das Beste daraus zu machen und wählte den so von mir gennanten "Jein"-Mix. Mit anderen Worten, weder die Stimmen, noch das hohe Blech konnten klar zum Zug kommen. Nach mehrmaligem Anhören musste ich leider mit Bedauern feststellen ... was da herauskommt, ist in seiner Gesamtheit ein unverständliches, wirres Experiment. ( Etwas ähnlich Peinliches habe ich auf eigener Haut erleben müssen.  (Ich habe den Auftritt der Bradler beim Goldenen Flügelhorn 2004 in Hodonín hautnah als Moderator am Podium erlebt. Aufgrund der unzureichenden Vorbnereitung der Sänger wurde ein an Gesang eng geknüpftes Stück letzten Endes ohne Gesang dem mit Feinschmeckern voll besetzten Kulturhaus präsentiert. Dem Publikum wurde lediglich eine Begleitung mit freigelassenen Riesenlöchern für Gesang beinhard serviert, eine kaum zu beschreibende Peinlichkeit.  Für mich waren das am Podium vermutlich die längsten drei Minuten meines Lebens.)

  • Mit dem Textinhalt konnte ich mich leider nicht einmal auseinandersetzen, weil ich vom "Gesang" nichts Inhaltliches mitbekam. Rein theoretisch, wenn schon, hätte sich für mich die interessante Fragestellung ergeben, ob der deutsche Textinhalt, von welchem Witzbold auch immer stammend, mit der stark emotionalen Veranlagung von Žváček ein "harmonisches Bild" irgendwie abgeben würde.

Antonín Žváček dürfte kaum die Absicht gehegt  haben, mit der Stückbenennung den Zuhörern einen Handlungswink zum Weinen zu geben. "Uplakaná" ist ein Juwel des Meisters und wird daher nie einer "Nachbehandlung" bedürfen.

Nachtrag

Die Echtheit der Žvaček-Autorschaft von "Uplakaná" anzuzweifeln, halte ich persönlich nicht nur für absolut geschmacklos, sondern auch für einen vermutlich noch nie dagewesenen Affront gegen den Autor selbst. Das Werk ist, wie sich doch jeder klar überzeugen kann, von OSA – "Ochranný svaz autorský pro práva k dílům hudebním" geschützt (in Österreich durch AKM ). Diesbezügliche "Vermutungen"  zu ventilieren, ohne auf den rechtlichen Sachverhalt Rücksicht zu nehmen bzw. auf "Vermutungsbasis" CD`s zu produzieren und in den öffentlichen Umlauf zu setzen, ist unprofessionell.

Von Tschecháranka, einer in Österreich "am Mährischsten" spielenden Blasformationen (der duftige Klang der magnifizent Vier am hohen Blech), hätte ich diesen "Aprilscherz" am Wenigsten erwartet.

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